Speiseöle

Speiseöle können entweder durch Kaltpressung (bis 40°C) oder Heißpressung mit Extraktion aus den Ölsamen bzw. -früchten gewonnen werden. Die Raffination zwecks Entfernung gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe sowie aller Substanzen, die den Genußwert und den Eignungswert (Haltbarkeit) negativ beeinflussen, ist bei kaltgepreßten Ölen nicht erlaubt. Dem entsprechend liegen die Schadstoffgehalte (Pestizide, Schwermetalle, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) in kaltgepreßten Ölen drei- bis fünfmal so hoch wie in raffinierten. Auch aus kontrolliert biologischem Anbau stammendes kaltgepresstes Öl kann belastet sein, da viele Schadstoffe mittlerweile überall vorkommen.

Der Vorteil kaltgepreßter Öle liegt in ihrem ernährungsphysiologischen Wert. Die Verluste an wertbestimmenden Bestandteilen (Vitamin E, Fettsäurezusammensetzung) bzw. das Auftreten von raffinationsbedingten wertmindernden Inhaltsstoffen (trans-Fettsäuren, konjugierte Triglyceride) ist gering. Zum Braten eignen sich die kaltgepressten Öle nicht.

Aus ökologischer Sicht stehen bei der Kaltpressung der geringere Energieaufwand mit nur 10-30%iger Ausbeute der mit hohem Energieaufwand erreichten 99,5%igen Ausbeute bei Heißpressung gegenüber.