Gentechnik in Lebensmitteln

In der Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung werden Gentechnologien gegenwärtig in folgenden Bereichen angewandt:


Hilfs- und Zusatzstoffe aus gentechnisch veränderten Organismen (GVO)

Das sind Starterkulturen (Hefen,Enzyme) in Brauereien, in Fleisch- und Milchverarbeitung sowie in Backwaren- und Getränkeindustrie, wie:

Das Enzym Chymosin bei der Käseherstellung. Chymosin wurde bislang aus Kälbermägen gewonnen. Da die Kälberproduktion rückläufig ist, der Käseverbrauch aber gleichzeitig steigt (es werden theoretisch weltweit ca. 50 t Lab aus 70 Mio. Kälbermägen benötigt), wurde ein Rindergen in Bakterien und Hefen implementiert, so daß sie nun Chymosin produzieren. In den USA wird bereits mehr als die Hälfte aller Käse auf diese Weise produziert.

Gentechnisch veränderte Hefen in kalorienreduzierten "Light-Bieren", alkohohlfreien Bieren, Bieren mit erhöhter Schaumfestigkeit, u.a. In Großbritanien ist der Einsatz gentechnisch veränderter Hefen, mit denen die Gärzeit durch Steigerung der Kohlendioxid-Entwicklung verkürzt ist, bereits zugelassen. Als besonders kritisch einzustufen sind Versuche mit Antibiotikaresistenzgenen, da nach einer möglichen Übertragung auf den Menschen dieser auf eine Antibiotikatherapie nicht anspricht.

Lebendkulturen in Produkten wie Kefir, Joghurt. Ein Risiko ist der mögliche Gentransfer zwischen GVO's und körpereigenen Darmbakterien.


Gentechnisch manipulierte Pflanzen

Das erste, bekannte Beispiel war die sog. "Anti-Matsch-Tomate". Die Firma Calgene Inc. entwickelte diese transgene Tomate, bei der der Abbau der Zellwände unterdrückt ist. Das man diesen Tomaten ihr Alter nicht ansieht, begünstigt den Verkauf überlagerter Früchte. Bedenklich ist auch hier ein eingeschleustes Resistenz-Gen.

Für Transgene Pflanzen, deren Nährwert manipuliert werden sollte, stehen Kartoffeln. Mit einem unterschiedlichem Verzweigungsgrad der Stärke sollten sie je nachdem als Speisekartoffel oder als Industrierohstoff Verwendung finden. Ein weiteres Beispiel ist Raps mit verändertem Fettsäuremuster.

Transgene Pflanzen mit Resistenzen gegenüber Herbiziden, Viruserkrankungen, Pilz- und Insektenbefall (Soja, Mais) sind bislang am weitesten verbreitet.


Aufzucht transgener Nutztiere
Die Züchtung transgener Tiere ist -noch- die Ausnahme. Vereinzelt wurde bei Forellen, Karpfen und Lachsen wurde ein schnelleres Wachstum durch die Übertragung von Genen für Wachstumshormone erreicht. Über deren Nährwert und Geschmack ist aber wenig bekannt. Bei Schweinen und Kälbern hingegen gingen ähnliche Experimente offenkundlich schief: mit der Injektion der Wachstumshormone geriet der gesamte Hormonstoffwechsel der Tiere in Mitleidenschaft. Die behandelten Tiere wiesen eine geringere Fruchtbarkeit, niedrigere Lebenserwartung und vermehrte Krankheiten auf. Es kam zu Gelenkschwächen, Knochenbrüchen und Herzschwäche. Noch im Projektstadium sind Versuche, Tiere als zur Produktin von Arzeneimitteln zu manipulieren (geklontes Schaf Dolly).