Sendeanlagen für das mobile Telefonnetz
Deutschland hat ein flächendicht ausgebautes Netz von Sendeanlagen für den mobilen Telefonverkehr. Das sogar mehrfach, da jeder Anbieter sein eigenes Netz aufbaut. In ihrer unmittelbaren Nähe können große Leistungsflußdichten auftreten. Nach wie vor bestehen Unklarheiten, welche Sicherheitsabstände gegenüber Sendeanlagen für den Mobilfunk eingehalten werden sollten:

Die Abstandsempfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz und des VDI sind auf die Vermeidung thermischer Gewebeschädigungen bezogen. Innerhalb dieser Weiten gilt ein absolutes Aufenthaltsverbot. Im doppelten Abstand dürfen sich beruflich Beschäftigte aufhalten. Darüber hinaus ist ein unbegrenzter Aufenthalt möglich:

  • Strahlungsquelle
  • Leistung
  • Empfohlener Abstand
  • TV-Sender
  • 100 Kilo-Watt
  • 45,00 m
  • UKW-Hörfunk-Sender
  • 500 Watt
  • 9,50 m
  • C-Netz-Funkstation
  • 23 Kanäle a` 8 Watt
  • 1,78 m
  • D-Netz-Basisstation
  • 8 Kanäle a` 50 Watt
  • 4,76 m

Das Ecolog-Institut, Nieschlagstraße 26, 30449 Hannover, Direkt: 0511/92456-46, Fax: 0511/92456-48, empfiehlt einen um den Faktor 10 vergrößerten Mindestabstand einzuhalten. Erst dann können auch die nichtthermischen Wirkungen ausgeschlossen werden. Dazu zählen Störungen der Hirnleistung, bis zu einem eventuell erhöhten Krebsrisiko. Der Verwaltungsgerichtshof Kassel (Az. 3 TH 525/94) hat sich dieser Auffassung angeschlossen. Die Kläger hätten ein schutzwürdiges Interesse an der Vorsorge vor möglichen Gesundheitsgefahren, bis diese sich durch weitere wissenschaftliche Untersuchungen ausräumen lassen. Im konkreten Fall wurde der Sicherheitsabstand für den Aufenthalt von Personen zu Sendeanlagen des D1-Netzes von drei auf 30 Meter erhöht. Dieses Urteil könnte dazu führen, daß die verbreitete Praxis, Sendemasten auf Gebäuden anzubringen, eingeschränkt werden muß.

Grundlegende Hinweise zum Thema elektro-magnetische Wechselstromfelder können Sie dem Buch "Elektrosmog", Hrsg. von der Katalyse e.V. (ISBN 3-7880-7484-7) entnehmen.

Wenn Sie sich durch die Errichtung von Sendeanlagen geschädigt fühlen, kann Sie zu rechtlichen Fragen der Rechtsanwalt Wilhelm Krahn-Zembol (RA), Kastanienweg 8, 21385 Amelinghausen, Tel.: 04132/1492, beraten.